Hund Bleib beibringen

So bringen sie ihrem Hund das bleiben bei.

Aktualisiert: 19. October 2018

Neben Sitz gehört auch der Befehl bleib zu den Grundkommandos, die man einem Hund früh beibringen sollte. Durch Bleib lernt ein Hund wo sein Platz im Haus ist und verringert z.B. die Gefahr, dass der Vierbeiner durch die offene Haustür verschwindet oder nach Nachbarskatze hinterher rennt.

Golden Retriever Bleib

Worauf solltest Du im Vorfeld achten, wenn Du Deinem Hund Bleib beibringen willst?

Du möchtest Deinem Hund Bleib beibringen? Eine gute Idee, denn im Alltag gibt es viele Situationen, in denen sich dieses Kommando für Dich und Deinen Vierbeiner bezahlt macht: Sei es, dass Du kurz in einen Einkaufsladen gehst. Sei es, dass Du Dich beim Spazierengehen einen Moment auf eine Parkbank setzen willst. Oder sei es, dass Du mit ihm eine Straße überqueren willst, aber erst einmal alleine zwischen den parkenden Autos durchschauen möchtest.

Für alle diese Fälle reicht Platz unter Umständen nicht aus, weil Du schließlich nicht direkt neben Deinem Hund bleibst, sondern Dich zumindest einige Meter, vielleicht sogar aus der Sichtweite heraus entfernst. Aber keine Sorge, mit den richtigen Tricks und Kniffen zeigt sich Dein Hund von seiner Schokoladenseite und alles läuft wie auch beim Hund Sitz beibringen am Schnürchen.

Welche Fähigkeiten bringt Dein Hund mit?

Grundsätzlich sollte Dein Hund schon einige Monate alt sein: Ein ganz junger Welpe unter fünf bis sechs Monaten hat einfach noch nicht den Überblick und die Geduld für dieses Kommando. Wenn er jedoch bereits ein wenig älter ist und schon „Sitz“ und „Platz“ im Repertoire hat, sind die Erfolgsaussichten schon gleich deutlich besser.
Ähnliches gilt für ältere Hunde; auch bei ihnen stellen „Sitz“, „Platz“ und eine gute Grundaufmerksamkeit die wichtigste Basis für „Bleib“ dar. Sollten sie in diesen Bereichen ihr Lernpotenzial und ihre Fähigkeiten noch nicht ausgeschöpft haben, lohnt sich zunächst ein Training in diesem Bereich.

Was hast Du im Gepäck?

Zusätzlich zu guter Laune und einer gesunden Konzentration kennst Du optimalerweise eine Stelle, an der Du Deinem Hund in aller Ruhe „Bleib“ beibringen kannst.
Das ist umso wichtiger, als dass der Hund sicherlich gespannt auf die neue Erfahrung ist und daher vielleicht sowieso etwa nervöser ist. Umgebungsfaktoren, die ihn zu sehr ablenken, beispielsweise eine Wiese, auf der andere Hunde oder Kinder spielen, sind dann nur hinderlich.

Von daher sind Zeit, Muße und möglichst geringe Ablenkungen das A und O der Stunde. Leckerlis sind ebenfalls nicht von Nachteil, sollten aber in der Welpenschule eher sparsam eingesetzt werden, damit Dich Dein Hund nicht einfach nur zum Naschen um den Finger wickelt, sondern aus der Übung tatsächlich etwas in puncto Gehorsam mitnimmt.

Die wesentlichen Praxisschritte beim Hund Bleib beibringen.

Los geht‘s – mit „Sitz“

Nachdem Du Dir einen geeigneten Platz ausgesucht hast, leinst Du Deinen Hund zunächst an und gehst mit ihm ein Stück. Ganz normal, wie Du das auch sonst tust.
Nach einigen Metern bleibst Du in Kombination mit dem Kommando „Sitz“ stehen.
Sobald sich Dein Vierbeiner hingesetzt hat, folgt das Kommando „Bleib“. Wenn er nun einige Momente an dieser Stelle sitzen bleibt, ohne Aufstehambitionen zu hegen, belohnst Du ihn.

Nach einigen Wiederholungen stellst Du Dich ihm dann frontal gegenüber und verbindest das Kommando „Bleib“ mit einer auf den Hund leicht zugeschobenen Hand. Quasi so, wie wenn du eine leichtgängige Tür aufdrückst. Diese Handbewegung braucht den Hund nicht zu berühren, einige Zentimeter nach vorne reichen völlig aus. Sie soll ihm lediglich den Eindruck vermitteln, dass seine Position genau richtig ist und er nicht nach vorne kommen soll.

Der nächste Schritt nach hinten ist ein entscheidender Schritt nach vorn

Sobald Dein Hund diese Hundetraining Übung in der oben genannten Form beherrscht, kannst Du nun versuchen, ein oder zwei Meter nach hinten auszuweichen.

Zunächst erfolgen wieder die Kommandos „Sitz“ und „Bleib“ (gepaart mit der zugehörigen Handbewegung), dann kommen die Rückwärtsschritte. Dabei schaust Du Deinen Hund weiterhin an, drehst im also nicht den Rücken zu.
Versucht Dein Hund nun, Dir zu folgen, schickst Du ihn mit einer klaren Kommandowiederholung auf seine Startposition. Funktioniert alles, gibt es ein gut dosiertes Lob.

Wie weit willst Du beim Hund Bleib beibringen gehen?

Kommt Dein Vierbeiner auch mit dem letzten Übungsschritt zurecht, wird es Zeit für eine Ausdehnung der Versuchsreihe. Das Grundprinzip bleibt dabei immer das Gleiche – nur, dass sich die Entfernung immer weiter vergrößert.
Auch kannst Du sicherlich irgendwann auf die Leine verzichten, da Dein Hund von sich aus an der Startstelle bleibt und die Kontrolle über die Stimme bereits ausreichen dürfte.

Zunehmend wichtig wird es aber, dass er bemerkt, dass der Sichtkontakt nicht wichtiger ist als das Kommando über die Stimme. Insofern lohnt es sich, wenn Du Deinem Hund auch einmal den Rücken zuwendest. Hat er den Eindruck, dass Du ihn dann nicht mehr auf dem Schirm oder unter Kontrolle hast, schickst Du ihn ohne Belohnung wieder auf seine Startposition zurück. Dieses Spiel wiederholst Du dann solange, bis der Knoten bei ihm geplatzt ist.

Ergänzungen und Erweiterungen

Zwar wurde das Kommando „Bleib“ gerade in Kombination mit „Sitz“ beschrieben – es funktioniert jedoch genauso gut mit „Platz“. Einfach erst hinsetzen, dann hinlegen lassen und wie gewohnt weiter trainieren. Gute Beschreibungen dazu liefert die Online Hundeschule zur Hundeerziehung.

Darüber hinaus ist auch ein Abruf-Kommando von großem Vorteil. Schließlich kann es immer sein, dass Dein Hund erst an einer bestimmten Stelle auf Dich warten und dann, wenn Du Lage gecheckt und für okay befunden hast, zu Dir kommen soll. Dafür eignet sich beispielsweise der Ausdruck „Lauf“, der auch in einer Situation mit Blickkontakt das Kommando „Bleib“ wieder aufheben kann.

Was tun bei Startschwierigkeiten? In Ruhe und Kompetenz liegt die Kraft!

Beim Erlernen neuer Kommandos gilt wie beim Umgang mit dem Hund im Allgemeinen die goldene Regel: Drücke dich klar und deutlich aus, sei positiv-bestimmt und geduldig.
Insofern darfst Du ihn nicht mit zwanzig Handlungsschritten auf einmal überordern, wenn Du Deinem Hund Bleib beibringen willst.

Achte vielmehr darauf, dass er alle Handlungsschritte in Ruhe verarbeiten kann, und lobe ihn auch wirklich nur dann, wenn er die Handlung korrekt ausgeführt hat. Gerade bei diesem Kommando gehört also eine gewisse Wartezeit für die Beurteilung, ob der Hund wirklich an der vorgegebenen Stelle bleibt, dazu. Und dass er nicht einfach nur für 10 Sekunden so tut. Daher sollte er unbedingt lernen, dass er so lange sitzen oder liegen bleibt, bis DU dieses Kommando wieder aufhebst. Auch, wenn Du dich direkt neben ihm befindest.

Überhaupt vermittelt eine ruhige, liebevolle Konsequenz Deinem Hund den Eindruck, dass er sich auf Dich verlassen kann und dass Deine Anweisungen richtig sind.
Das hält ihn im besten Fall davon ab, eigene Lösungen für die Situation zu suchen, und sich im Zweifelsfall mit gefährlichen Konsequenzen (vor allem im Stadtverkehr) eigenständig auf die Socken zu machen. Insofern ist es nicht nur praktisch, wenn Du Deinem Hund Bleib beibringen willst, sondern auch gut für seine Sicherheit. Und so könnt ihr noch unbefangener miteinander auf Tour gehen!

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