Hund Sitz beibringen

So bringen sie ihrem Hund das sitzen bei.

Aktualisiert: 15. October 2018

Kein Kommandorepertoire eines Hundes ist komplett ohne den Befehl Sitz. Der Klassiker gehört zu den Grundkenntnissen eines Hundes die er ohne Probleme verstehen, beherrschen und befolgen sollte. Wer dem Hund die spielend beibringt erleichtert den eigenen und den Alltag des Hundes erheblich.

Paar mit sitzendem Hund

Grundsätzlich gilt bei der gesamten Hundeerziehung, dass Gewalt oder Strafen tabu sind.

Sitz ist ein Kommando, welches neben dem Kommando Hund bleib beibringen zur Grunderziehung eines jeden Hundes gehören sollte. Dieser Befehl dient zum Beispiel, um einen zappeligen Hund ruhigzustellen, damit Sie Ihn besser anleinen oder mit Futter versorgen können. Generell sollte jeder Hund von klein auf die Kommandos Sitz, Platz, Fuß und Bleib lernen. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, wo älteren Hunden diese Begriffe völlig fremd sind. Das ist kein Grund zu verzweifeln, denn mit der richtigen Methode kann auch ein älterer Hund diese Kommandos noch lernen.

Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie einem Hund das Grundkommando Sitz beibringen können. Prinzipiell ist die Hundeerziehung mit Leckerlis und Geduld relativ einfach.

Sitz beibringen mit Hilfe von Leckerlis

Diese Übung sollte zu Beginn nur an der Leine durchgeführt werden. Zu Beginn steht Ihr Hund an Ihrem linken Bein, während Sie in der rechten Hand ein Leckerli aufbewahren. Halten Sie nun das Leckerli über den Kopf Ihres Hundes. Um das Leckerli mit den Augen fixieren zu können, muss dieser sich nämlich nun hinsetzen. Sobald Ihr Hund sitzt, sprechen Sie das Kommando Sitz klar und deutlich aus. Belohnen Sie ihn mit dem Leckerli und loben Ihn in großen Tönen. Damit Ihr Hund das Kommando von anderen akustisch besser unterscheiden kann, sollten Sie das „i“ stark betonen. Diese Aufgabe wiederholen Sie dann in regelmäßigen Abständen. Sobald Ihr Hund besser auf das Kommando Sitz reagiert, können Sie die Leckerlis nach und nach reduzieren. Da diese Übung zu Beginn an der Leine ausgeführt werden sollte, können Sie diese bei Welpen als auch bei älteren und ängstlichen Hunden ausführen.

Spielend dem Hund Sitz beibringen

Neben der Methode mit den Leckerlis ist die Methode, dem Hund das Kommando Sitz spielend beizubringen, einer der Beliebtesten für Ihren Hund. Das Einzige, was Sie benötigen, ist das Lieblingsspielzeug Ihres Hundes. Toben Sie sich richtig dabei aus. Liegt das Spielzeug direkt vor der Nase des Hundes und dieser möchte es wiederhaben, ziehen Sie es in einem großen Bogen vor seiner Nase nach oben. Damit er nicht daran kommen kann, sollten Sie es ca. einen halben Meter über seinen Kopf halten. Hier kommt es natürlich auf die Größe des Hundes an, wie groß dieser Abstand sein muss.

Da Ihr Hund jedoch unbedingt das Spielzeug wiederhaben möchte, ist bei dieser Methode die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass er sich von alleine hinsetzen wird, da er sein Spielzeug so besser im Blick haben kann. Sobald Ihr Hund sich gesetzt hat, sprechen Sie das Kommando Sitz aus und beginnen wieder, Ihren Hund zu streichen sowie überschwänglich zu loben. Möchte Ihr Hund nach oben springen, verringern Sie den Abstand zwischen Ihnen und dem Hund. Auch diese Methode eignet sich für Welpen sowie ältere Hunde und kann angeleint ausgeführt werden.

Was wichtig ist:

  • viel Geduld haben
  • den Hund bei Erfolgen überschwänglich loben
  • mit Leckerlis belohnen bei Erfolg
  • Kommandos auch wieder auflösen
  • das Kommando durch Fingerzeichen unterstützen

Was tabu ist:

  • Druck oder Zwang ausüben
  • den Hund schimpfen oder bestrafen
  • Gewalt anwenden
  • dem Hund drohen oder Angst machen

Sitz aus der Entfernung beibringen

Diese Übung eignet sich für Fortgeschrittene. Voraussetzung hierfür sollte sein, dass Ihr Hund es bereits beherrscht, fünf Sekunden sitzen zu bleiben. Wenn dass der Fall ist, können Sie für diese Übung die Distanz zwischen Ihrem Hund und Ihnen vergrößern. Zu Beginn sollte der Hund jedoch angeleint bleiben. Nun entfernen Sie sich etwa einen Meter von Ihrem Hund und geben erneut das Kommando Sitz. In weiteren Fortschritten werden Sie die Aufmerksamkeit Ihres Hundes immer mehr bekommen, sodass schon ein optisches Signal, wie ein erhobener Finger reichen wird, um Ihrem Hund das Kommando Sitz zu signalisieren.

Diese Übung sollte aber wirklich erst dann angewandt werden, wenn der Hund zu 100 % auf das akustische Kommando Sitz reagiert. Sobald Ihrem Hund auch diese Aufgabe gelingt, sollten Sie mit loben wieder nicht sparen. Beherrscht Ihr Hund es, aus einem Meter Entfernung auf dieses Kommando zu hören, können Sie die Distanz immer um weitere 50 cm steigern.

Das Kommando auflösen

Soll Ihr Hund das Kommando Sitz sicher beherrschen, ist des Weiteren laut Welpenerziehung ein Kommando zum Auflösen unerlässlich. Sobald Ihr Hund Sitz gemacht hat, sollten Sie gedanklich bis eins zählen, bevor Sie ein weiteres Kommando wie Komm, Lauf oder o.k. anwenden. Haben Sie also bis eins gezählt, können Sie das Kommando zum Beispiel durch ein Komm ersetzen und anschließend sofort mit dem Hund spielen. Funktioniert dass, können Sie auch hier die Zeit, die Ihr Hund im Sitz verharren soll, verlängern, indem Sie bis drei zählen. Dieses Auflösen eines Kommandos ist wichtig, da Ihr Hund in Zukunft ja so lange im Sitz verharren soll, bis Sie es auflösen.

Unterstützende Sitzzeichen

Möchten Sie das Kommando Sitz unterstützen, können Sie, sobald Ihr Hund 100 % auf das akustische Signal reagiert, ein Sitzzeichen einführen. Zu Beginn zeigen Sie bei jedem Sitzbefehl Ihrem Hund dabei den erhobenen Zeigefinger. Später wird er bereits beim Zeigen des erhobenen Fingers in die Sitzposition gehen. Diese Variante ist besonders sinnvoll, da viele Hunde Schwierigkeiten haben, Sitz, Platz oder Fuß, akustisch voneinander zu unterscheiden. Auch bei älteren Hunden, welche schlecht hören, können Sitzzeichen effektiv angewendet werden.

Die natürliche Hundehandlung ausnutzen

Die meisten Kommandos wie Sitz oder Platz führen die Hunde in der Regel alleine aus. Auch diesen Punkt sollten Sie sich zu Nutzen machen, denn so kann Ihr Hund die Kommandos ohne Zwang und Druck erlernen. Sie müssen lediglich Ihren Hund sehr genau Beobachten und vor allem schnell sein, um genau zu sein, schneller als Ihr Hund. Das heißt genau genommen, müssen Sie Handlungen Ihres Hundes vorausschauen können. Sobald Ihr Hund sich setzt, sprechen Sie das Kommando aus und belohnen ihm mit einem Leckerli. Das Kommando muss genau in dem Moment erfolgen, wo sich Ihr Hund setzt und weder davor noch danach.

Einem älteren Hund Sitz beibringen

Natürlich kann es vorkommen, dass Sie einen älteren Hund aus dem Tierheim haben, welcher die grundlegenden Kommandos wie Sitz oder Platz nicht kennt. Deswegen müssen Sie aber nicht gleich verzweifeln oder einen Hundetrainer auf den Plan rufen. Auch ältere Hunde können mit Hilfe, der oben genannten Methoden, die Grundkommandos erlernen. Bis sie diese jedoch erfolgreich umsetzen, wird es lediglich vielleicht etwas länger dauern, da ältere Hunde wesentlich langsamer lernen, als ein lernwilliger und neugieriger Welpe.

Generell besteht bei den oben genannten Methoden nicht nur der Vorteil darin, dass sie bei Welpen und älteren Hunden angewandt werden können, sondern dass Sie auch für jedes beliebige, andere Kommando verwendet werden können. Bevor ein neues Kommando hinzukommt, sollte Ihr Hund jedoch dass Erste perfekt beherrschen. Welche Methode für Sie und Ihren Hund die Beste ist, müssen Sie natürlich selber herausfinden. Merken Sie zum Beispiel, dass Sie Ihren Hund übers Spielen nicht erreichen, da er vielleicht schon alt ist, versuchen Sie es mit Leckerlis.

Sitz lernen bei Problemhunden

Auch wenn diese Methoden besonders effektiv sind, gibt es immer wieder Hunde, die sich trotz Engelsgeduld und überschwänglichem loben, beim Hund trainieren dagegen Sträuben, die Kommandos zu lernen. Hier sollten Sie nicht zögern, sich professionelle Hilfe ins Boot zu holen. Oft sind es kleine Fehler, die einem selber nicht auffallen. Ein Hundetrainer kann diese jedoch sofort erkennen und Lösungsvorschläge anbieten. Übrigens können für weitere Tipps und Übungen auch auf einen Online Traininsplan zurückgreifen.

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