Die sieben häufigsten Fehler in der Hundeerziehung

Aktualisiert: 20. April 2019
Das Wichtigste in der Kurzzusammenfassung.
  • Einen Hund zu erziehen bedeutet Zeit und Geduld. Erfahren Sie bereits vorher, wie Sie Fehler vermeiden.

  • Zu viele Kommandos, falsche Körpersprache, Inkonsequenz und weitere Fehler machen Hund und Hundehalter das Leben schwer.

  • Fast jeder Hundehalter macht Fehler in der Erziehung seines Vierbeiners, aber man kann sie vermeiden.

Frau die Hunde erzieht

1. Laufende Kommandowiederholungen

Sie rufen Ihren Hund mit dem Kommando „Hier“, aber er kommt nicht. Es folgt ein zweites und ein drittes „Hier“. Vermutlich stehen Sie fünf Minuten später noch immer auf derselben Stelle und rufen zum hundertsten Mal „Hier“. Mittlerweile stellt der Hund auf Durchzug, das Wort „Hier“ hat sich abgenutzt. Womöglich laufen Sie Ihrem Vierbeiner sogar hinterher und rufen und rufen. Für den Hund ist das ein lustiges Spiel, das Kommando „Hier“ wird er auf diese Weise jedoch nicht lernen. Belohnen Sie Ihren Kameraden lieber, wenn er ohnehin in Ihre Richtung läuft, fügen Sie das Kommando in dem Moment ein, wenn er das gewünschte Verhalten zeigt, loben Sie ihn überschwänglich. Ist er schließlich bei Ihnen angelangt, bekommt er sein Leckerchen.

2. Die Körpersprache passt nicht zum Befehl

Stellen Sie sich vor, wie Sie Ihrem Hund den Befehl „Platz“ beibringen. Was tun Sie? Richtig, Sie führen das Leckerchen vor der Nase Ihres Vierbeiners zu Boden und warten, bis er sich hinlegt, um der Leckerei möglichst nahe zu kommen. Sofort erhält er seine Belohnung und das Kommando „Platz“. Falsch wäre es, Sie würden die Belohnung über seinen Kopf halten und darauf warten, dass er sich hinlegt. Das wird er nicht, weil er das Goodie im Auge behalten muss. Wichtig also ist eine eindeutige Körpersprache, die der Hund auch versteht. Oder Sie üben das „Warten im Liegen“ und jedes Mal, wenn Sie zu Ihrem Hund zurückkommen, beugen Sie sich über ihn, um ihm den Kopf zu tätscheln. Aus seiner Position sieht er Ihre Gestik aber als Bedrohung, und seine Reaktion wird es sein, Ihnen in Zukunft auszuweichen.

3. Inkonsequenz des Hundeführers

Haben Sie sich bereits dabei ertappt, dass Sie auf längeren Spaziergängen vergessen, Ihren Hund zu loben? Dann ist es kein Wunder, dass Ihr Vierbeiner seine eigenen Konsequenzen daraus zieht. Kaum lässt man die Erziehung schleifen, sucht der Hund sich neue Beschäftigungsfelder, verfolgt zum Beispiel Nachbars Katze. Was also tun? Bleiben Sie konsequent bei der Erziehung Ihres Hundes. Beschäftigen Sie sich mit ihm, bieten Sie ihm Anregungen, loben und belohnen Sie ihn mit Leckerchen. Nicht jedes Mal, aber häufig genug, dass er die Freude daran behält, Ihre Befehle gerne auszuführen. Ohne wenn und aber.

4. Überforderung beim Lernen

Sie möchten, dass Ihr Hund einen Befehl ausführt, bis Sie ihm erlauben, etwas anderes zu tun. Zum Beispiel das Kommando „Sitz“. Sie schaffen es, Ihren Hund in die Position zu bringen und entfernen sich von ihm, während sie das Kommando „Sitz“ in einer Dauerschleife wiederholen. Kaum sind Sie verstummt, steht ihr Hund auf, weil er gelernt hat: Ist mein Frauchen/Herrchen still, muss ich das Kommando auch nicht mehr ausführen. Oder Sie haben sich zu früh zu schnell von ihm entfernt und dadurch überfordert. Versuchen Sie, den Befehl so aufzubauen, indem Sie ihn nur ein Mal sagen, sich dann nur einen Schritt von ihrem Hund entfernen und sofort zurückgehen, solange Ihr Kamerad an Ort und Stelle verweilt. Sobald er einen Schritt lang wartet, zwei Schritte von ihm entfernen und so weiter. Sehr schnell wird er verstehen, worauf es Ihnen ankommt.

Das Wichtigste in der Hundeerziehung sind klare Regeln und Konsequenz.

5. Ein Befehl wird zu früh gegeben und falsch verknüpft

Sie möchten Ihrem Hund das Grundkommando „Sitz“ beibringen. Er steht vor Ihnen und sie sagen „Sitz“. Nichts passiert, der Hund steht weiterhin und wedelt möglicherweise mit dem Schwanz. Sie wiederholen das Kommando, aber der Hund bleibt weiterhin stehen, das Maul leicht geöffnet und in freudiger Erwartung auf das Leckerchen. Sie probieren ein weiteres „Sitz“, aber der Vierbeiner bleibt stehen. Verfahren Sie auf diese Weise fort, wird der Hund lernen: Sitz heißt stehen bleiben, freundlich zu schauen und mit dem Schwanz zu wedeln. Sorgen Sie lieber mit einem Leckerchen über dem Kopf des Hundes dafür, dass er sich setzt, und sagen Sie erst dann „Sitz“ und geben ihm das Goodie, sobald der Hintern auf dem Boden ist. Nach mehreren Wiederholungen wird er sich auf Kommando setzen.

6. Das Lob erfolgt zu spät

Sie gehen mit Ihrem Hund entlang eines Ackers spazieren, als er einen supertollen Geruch in die Nase bekommt. Vielleicht liegt dort der Rest eines Wurstbrötchens am Wegesrand. Als aufmerksamer Hundeführer bemerken sie die Reaktion Ihres Hundes sofort und rufen „Pfui!“. Tatsächlich schaut Ihr Vierbeiner sie kurz an, für eine halbe Sekunde vielleicht. Sie machen den Mund auf, um ihn zu loben, doch gerade in dem Moment, als sie „Fein, prima hast du das gemacht“ sagen, dreht Ihr Vierbeiner sich wieder dem Objekt der Begierde zu und verschlingt es. Was also hat er in diesem Fall gelernt? „Pfui“ heißt zwar: Lass das Ding liegen, aber wenn ich es ein zweites Mal anschaue, darf ich es doch nehmen, weil mein Mensch mich gelobt hat.

7. Keine Ablenkung im Training

Sie üben nur in der Hundeschule oder im Verein, auf eingezäunten Übungsplätzen ohne äußere Reize. Dort hört Ihr Hund aufs Wort, Zuhause oder auf der Hundewiese nicht. Logisch, sind Sie mit Ihrem Hund alleine, kann er sich vollständig auf Sie konzentrieren. Nicht aber, wenn er durch andere Hunde, Menschen oder Wild abgelenkt wird. Unter Reizen vergisst er plötzlich alles, was er zuvor noch konnte. Trainieren Sie also vor allem in Alltagssituationen, erziehen Sie Ihren Hund nicht nur auf Hundeplätzen, sondern überall. Das ist zwar sehr viel anstrengender, wird sich aber irgendwann auszahlen. Folgt Ihr Vierbeiner Ihren Befehlen auch dann, wenn Sie sich auf einer vollen Hundewiese befinden, haben Sie alles richtig gemacht.

Fehler vermeiden in der Hundeerziehung führt zu mehr Spaß am Lernen für Hund und Mensch.

Sie sehen, es gibt jede Menge Fehler, die man in der Hundeerziehung machen kann. Viele Fehler unterlaufen Ihnen vermutlich unbewusst, und die Arbeit mit Hunden erfordert sehr viel Disziplin und Konsequenz. Beobachten Sie sich selbst, und wenn Sie es schaffen, die sieben schlimmsten Fehler zu vermeiden, sollte es Ihnen rasch gelingen, einen gut erzogenen Vierbeiner an Ihrer Seite zu haben.

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